Schleswig-Holstein 2013

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30.05. - 02.06.2013

Tag 1 = Donnerstag 30.05.2013
Seit 7.00 Uhr geistere ich durch die Wohnung und nerve Elfriede: Soll ich nun fahren oder nicht, wie wird das Wetter da oben, stimmt die Vorhersage, die für Norddeutschland Sonnenschein ankündigt? Meinen ursprünglichen Plan, nach Thüringen ins Eichsfeld zu fahren, habe ich auf Grund der angedrohten Regenmengen am Vorabend fallen lassen. Ein letzter Blick auf wetter.de, ein Anruf bei einer Pension in Schleswig, ja, es ist ein Zimmer frei, und um 10.00 Uhr sitze ich auf dem Motorrad. Über die B67 komme ich zügig voran und fahre hinter Borken auf die A31. Da ist allerdings nach knapp 30 km auch schon der erste Stau. Darauf habe ich nun gar keine Lust und fahre an der AS Heek wieder runter, auf der B70 weiter bis Rheine, wo ich über die A30 zum AK Lotte-Osnabrück komme. Hier geht es nun über die A1 Richtung Norden. Ich fahre zwar nicht gerne Autobahn, will aber erst mal vorwärtskommen. In der Nähe von Bremen muss ich tanken und stelle an der Kasse fest, dass ich noch nicht mal gefrühstückt habe. Also gönne ich mir ein “Panino Hähnchen-Mediterran” und komme dabei mit einem Harleyfahrer aus Wesel ins Gespräch. Er ist auf der Heimreise und vom Wetter im Norden nicht so begeistert. Mir kommen wieder Zweifel.

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Nach etwas schleppendem Verkehr hinter dem Elbtunnel komme ich wieder  gut voran und treffe gegen 17.30 in Schleswig ein. Die Pension ”Zum weißen Schwan” hatte ich mir morgens noch gegoogelt. Ich werde freundlich begrüßt und kann mein Motorrad in einem Schuppen unterstellen. Das Zimmer mit Dusche ist einfach, aber sauber, die Toiletten sind auf dem Flur. Damit habe ich kein Problem, das ist auf einem Campingplatz auch nicht anders. Von der Inhaberin erhalte ich den Tipp, im Wikingturm essen zu gehen. Der ist nach einem kurzen Spaziergang erreicht, ich fahre mit dem Aufzug in den 26. Stock und genieße erstmal den Ausblick über die Schlei. Das Essen ist hervorragend, das Bier auch.

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Nach dem dritten Bier entschließe ich mich noch zu einem Spaziergang, schließlich ist es seit langem der erste Abend mit schönem Wetter.

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Tag 2 = Freitag 31.05.2013
Mit dem Frühstück bin ich sehr zufrieden. Gegen 9.00 Uhr bin ich wieder unterwegs, drehe eine Runde durch die Innenstadt, bevor ich mich in Richtung Kappeln davon mache. Im Hafen komme ich gerade zurecht, um die”Freya” ablegen zu sehen. Die ehemalige Yacht der niederländischen Königin Wilhelmina hatte ich vor zwei Wochen noch in Hamburg beim Hafengeburtstag gesehen. Hier in Schleswig-Holstein dient sie als Ausflugsschiff für für alle möglichen Touren. 

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Nach einer kurzen Stippvisite in Maasholm an der Schleimündung entschließe ich mich, mal zur anderen Seite, zur Nordsee rüber zu fahren. Auf dem Weg dorthin erfahre ich nun endlich, wo die Würstchen herkommen. Ich kann nicht widerstehen und decke mich im angrenzenden Werksverkauf für die nächsten Tage ein.

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Die Entfernungen sind gering in Schleswig-Holstein und kurze Zeit später rolle ich durch Husum. Irgendwie habe ich aber keine Lust, da rumzulaufen und so fahre ich das Stück bis zur dänischen Grenze und dann in Küstennähe wieder runter, über Dagebüll bis nach Strucklahnungshörn auf der Halbinsel Nordstrand. Von dort geht die Fähre zur Insel Pellworm.

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Auf der Suche nach einer Pension bekomme ich in einer Gaststätte einen Tipp und fahre nach Langenhorn zu einem italienischen Restaurant, die auch Zimmer vermieten. Kurz gesagt: Das Zimmer ist gut, das Menü sehr gut, wenn auch teuer, aber das Rinderfilet ist wirklich klasse.

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Tag 3 = Samstag 01.06.2013
Ich habe nicht gut geschlafen, aber das klasse Frühstück hilft mir auf schnell die Beine. Ich fahre den Deich entlang und lande irgendwann wieder in Husum. In  einem Straßencafé genehmige ich mir noch einen Kaffee und schreibe einige Postkarten. Ich fahre über Schleswig,  Eckernförde und Kiel in Richtung Lübeck, mache am Großen Plöner See noch eine Fischbrötchenpause und gerate kurze Zeit später in einen Regenschauer. Während ich am Straßenrand versuche, in die Regenklamotten zu steigen, hält neben mir ein anderes Motorrad und gibt mir zu verstehen, dass ich ihm folgen soll. Zweihundert Meter weiter finde ich mich erst in seiner Garage und dann in seinem Wohnzimmer wieder. Er erzählt mir, dass er erst vor kurzem wieder mit dem Motorrad fahren begonnen hat und der Dorfsheriff ist. Nette Begegnung. Da es auch nach dem Regen im Osten ziemlich dunkel bleibt, entschließe ich mich, halt in die andere Richtung zu fahren. Ich will nach Glückstadt, um am nächsten Tag mit der Fähre über die Elbe zu setzen. Irgendwie habe ich aber das Zeitgefühl verloren und so ist es schon nach 21.00 Uhr, als ich in “ Tiessens Hotel” ein Zimmer bekomme. Das Motorrad kann ich in einer Garage unterstellen und kurze Zeit sitze ich der Gaststube und habe eine Matjesplatte mit diversen Soßen vor mir stehen.. Anschließend gönne ich mir noch ein paar Bier und diskutiere mit einem anderen Gast und dem Wirt noch über Bundesliga, das Wetter in Norddeutschland, Politik und so weiter. Netter Abend.

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Tag 4 = Sonntag 02.06.2013
Heute geht´s wieder in Richtung Heimat, aber einen Überraschungsbesuch in Finkenwerder hab ich mir noch vorgenommen. Ich habe Glück und erwische ohne lange Wartezeit direkt eine Fähre. Es ist sehr windig und die Gischt geht immer wieder über das Autodeck, alles andere als eine gemütlich Überfahrt.  Die knapp 60 km von Wischhafen bis Finkenwerder lege ich zügig zurück, nicht ohne zwischendurch mal auf den Elbdeich hoch zu klettern, um ein paar Fotos zu machen. Aber auch hier  weiter landeinwärts weht eine steife Brise. Bei Finkenwerder umrunde ich das Airbus-Gelände und stehe kurze Zeit später auf dem Parkplatz vor dem Haus unserer Bekannten. Ich nehme telefonisch Kontakt auf und frage nach einem Kaffee, Anke begreift erst gar nicht worum es geht, bis sie mich vom Balkon aus entdeckt. So schnell hatten die Beiden mich nicht wieder erwartet (siehe hier). Die Begrüßung ist herzlich und natürlich bekomme ich meinen Kaffee. Gegen  Mittag verabschiede ich mich , schließlich habe ich noch ca. 400 km vor mir.

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Ich nehme mir vor, zum ersten Mal von Hamburg bis Goch keine Autobahn zu benutzen. Nachdem ich aber auf der Fahrt durch Bremen fast eine Stunde Stop and Go erlebe, fahre ich doch wieder auf den Highway und umfahre Delmenhorst. Danach geht´s wieder über die Dörfer. Eigentlich eine schöne Strecke, die sich aber sehr in die Länge zieht. Irgendwann gegen 20.00 Uhr komme ich aber doch in Goch an. Ich habe an dem Wochenende eine Menge von Schleswig-Holstein gesehen und dabei etwas über 1.700 km zurückgelegt.

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