London 2013

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08.02. - 11.02.2013 London

Tag 1 = Freitag 08.02.2013
Um 7.05 Uhr hebt unser Flieger mit 20 Minuten Verspätung in Weeze ab. Der Pilot gibt ordentlich Gas und holt 15 Minuten wieder raus. Das hilft ihm und uns aber wenig, da es ungefähr 10 Minuten dauert, bis man in Stansted für den vorderen Ausstieg eine Gangway heran geschafft hat. Nach einem ordentlichen Fußmarsch durch etliche Sicherheitsschleusen sind wir dann endlich im freien Bereich und genehmigen uns ein kleines Frühstück. René besorgt zwei Oyster-Cards für die U-Bahn und die Tickets für den Terravision-Bus und einige Minuten später  geht’s Richtung London. 

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Die Busfahrt ist erheblich günstiger als der Stansted-Express, dauert aber auch länger. Dafür bekommt man den Londoner Straßenverkehr mal hautnah mit. Wir landen an der Liverpool Street Station und verschwinden im Untergrund. Mit der Central-Line fahren wir bis Queensway, unserem Heimat-U-Bahnhof für die nächsten vier Tage. Unser Hotel liegt fünf Minuten von der U-Bahnstation entfernt und ist schnell gefunden. Wir können einchecken, aber die Zimmer sind erst ab 14.00 Uhr verfügbar. Also beschließen wir einen ersten Erkundungs-spaziergang zu unternehmen, laufen ein Stück die Bayswater Road entlang und biegen dann ab in den Hyde Park. Das Wetter ist gut, kalt, aber blauer Himmel und Sonnenschein. Etliche Leute führen ihre Hunde spazieren (oder andersrum). Wir legen am Albert Memorial einen kleinen Zwischenstopp ein und laufen dann den South Carriage Drive runter  bis zum Hyde Park Corner, dann durch Wellington Arch zum Queen Victoria Memorial  direkt am Buckingham Palace. Dort ist natürlich wie immer Hochbetrieb, Hunderte Menschen drücken sich am Zaun entlang, wir drücken uns davor, da mit zu machen. Wir laufen durch den St. James-Park am See entlang bis zu einer Imbissbude, wo wir uns Kaffee und Sandwiches  gönnen. Hier gibt es Unmengen von Grauhörnchen, die sich nicht scheuen, sich bei jeder Gelegenheit ihren Anteil zu holen. Diese vor etwa hundert Jahren aus Amerika eingeführte Hörnchenart hat sich hier sehr stark vermehrt und die uns bekannten rötlichen Eichhörnchen fast völlig verdrängt. Auch ein Grund dafür, dass die „Gray Squirrels“ auf den Speisekarten diverser Restaurants auftauchen und auch in einigen Supermärkten in der Tiefkühltheke angeboten werden.

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Wir laufen weiter, quer über den Horse Guards Parade. Während der Olympischen Sommerspiele 2012 fanden hier die Beachvolleyball-Wettbewerbe statt. Dafür wurde mal eben ein Stadion für 15.000 Zuschauer errichtet. Mittlerweile ist wieder alles in den Originalzustand versetzt. Alljährlich zum Geburtstag der Queen Mitte Juni findet auf dem Platz die Parade Trooping the Colour statt. Durch die kleineren Torbögen von Horse Guards kommen wir auf die andere Seite, dort stehen die Soldaten des Household Cavalry Mounted Regiments Wache, natürlich wieder ein Fotomotiv. Ein paar Meter weiter ist der Eingang zur Downing Street, u.a. dem Amtssitz des Premierministers. Bis 1986 konnte man hier durchlaufen, heute ist das ein Hochsicherheitsbereich. Schwere Stahltore und ein halbes Dutzend bis an die Zähne bewaffnete Polizisten schützen den Bereich, während auf der anderen Straßenseite eine Syrien-Demo stattfindet. Einer der Polizisten lässt sich permanent mit Touristen fotografieren und hat richtig Spaß dabei.

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Allmählich machen sich die Füße bemerkbar und wollen eigentlich nicht mehr so richtig. Aber wiederum nur einige Schritte weiter sind wir schon am Houses of Parliament und der Westminster Abbey angelangt. Der Komplex ist wirklich monumental und sehenswert. Wir haben Glück und bekommen das 14.00 Uhr-Geläute von Big Ben mit. Den Besuch der Abbey verweigern wir, 18 £ pro Person ist uns entschieden zu viel. Wir beschließen, für den ersten Tag genug gesehen zu haben und verschwinden an der Westminster Station wieder im Untergrund.

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Am Hotel angekommen, vereinbaren wir eine Erholungsphase bis 17.00 Uhr, immerhin haben wir ca. 8 km zu Fuß zurückgelegt.
Mit geschwollenen Füßen und Wadenkrämpfen stehe ich kurz nach  17.00 Uhr an der Rezeption und frage mich, ob das so sein muss. Wir schlendern (humpeln) den Queensway einmal rauf und runter und beschließen, beim Chinesen zu essen. Die im Fenster aufgehängten Enten sehen verlockend aus. Meine Bestellung: Roasted Duck mit Orange Sauce und Reis und dazu ein Tsingtao-Bier, einfach perfekt!

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Auf dem Rückweg zum Hotel nehmen wir an einem kleinen Supermarkt noch ein Viererpack Guiness mit. In meinem Zimmer sehen wir uns noch eine Zusammenfassung der Spiele der Premiere League an und planen grob den nächsten Tag. Ich brauche zum Schlafen nur umfallen, René muss noch eine Treppe höher.

Tag 2 = Samstag 09.02.2013
Hauptziele sind heute der Portobello Road Market und die Shoppingstraße Oxford Street, dazu noch ein paar Zwischenstationen. Vorher gibt´s aber noch Frühstück. Als Liebhaber des full english breakfast bin ich von dem doch sehr spärlichen Angebot des Hotels enttäuscht. Im Preis inbegriffen ist ein sogenanntes kontinentales Frühstück, das erfüllt aber kaum die Mindestanforderungen.
Leicht fußlahm vom Vortag laufen wir die knapp 1,5 km in Richtung Notting Hill. Der gestrige blaue Himmel ist verschwunden, alles ist grau bei leichtem Nieselregen und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit. Trotzdem ist die Portobello Road schon gut gefüllt, eine halbe Beatles-Revival-Band macht richtig gute Musik. Es wird nahezu alles angeboten, Antiqitäten, Obst und Gemüse, Kleidung, Souvenirs, internationales Fastfood, alle möglichen Lebensmittel, natürlich auch Nippeskram und reichlich Überflüssiges. 

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In Fuller's Bar am Acklam Village Market unterhalb der A 40-Überführung gibt es Live-Musik, Snacks und Drinks. Es ist noch relativ wenig los, aber auch ziemlich kühl. Die Wände bestehen nur aus zusammengeklebten  Papprollen und Plasikfolien, das Inventar aus Gartenstühlen und Bierfässern als Tische. Einige Mini-Gasbrenner kämpfen absolut  erfolglos gegen die feuchte Kälte an. Wir genehmigen uns ein Cider und schauen uns auf dem Rückweg noch einige Marktstände an.

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An der Station Notting Hill Gate steigen wir wieder in die U-Bahn und fahren bis zur Station White City. Vorbei am BBC Television Centre geht es zum Westfield-Shopping-Centre, einem riesigen Einkaufscenter mit über 300 Läden auf fünf Ebenen. Hier gibt es vom Kinderspielzeug über Massenware bis hin zu nahezu allen internationalen Luxusmarken einfach alles, inklusive diverser Lokale und Fastfood-Restaurants. Wir schauen in einige Läden rein und überlegen, ob wir irgendwo was essen sollen. Aber es ist überall rappelvoll und wir verschieben die Nahrungsaufnahme vorerst.

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Wieder geht es mit der U-Bahn weiter, von Shepherd´s Bush bis Tottenham Court Road (ca. 4 Meilen) dauert die Fahrt knapp 15 Minuten. René will zum Forbidden Planet, ”the world's largest and best-known science fiction, fantasy and cult entertainment retailer”. Nach einigem Suchen finden wir den Laden an der Shaftesbury Avenue und René beginnt zu stöbern, wird aber nicht so richtig fündig. Eine Stunde später sitzen wir in einem kleinen Café und gönnen uns Kaffee und Blaubeermuffins.

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Mittlerweile ist es dunkel geworden, aber der Betrieb auf der Oxford Street, der bedeutendsten und bekanntesten Einkaufsstraße der Stadt geht ungebremst weiter. Wir lassen uns die Straße herunter treiben, vorbei an großen und kleinen Schaufenstern, kleine Geschäften und großen Kaufhäusern. Hier kann man wirklich eine Menge Geld los werden. Wir laufen bis Marble Arch und biegen in die Edgware Road ein, um ein Lokal für´s Abendessen zu finden. Einige Schritte weiter liegt hier auf der rechten Seite „The Tyburn“, eine Art Pub mit einer nach unserem Geschmack guten Küche, die Steaks waren sehr gut, ein Getränk gab´s umsonst und die Atmosphäre war angenehm. Nicht so angenehm war der anschließende Fußmarsch, den wir uns unter dem Deckmantel „Verdauungsspaziergang“ auferlegt hatten. Zum Glück kamen wir wieder an unserer Tankstelle vorbei, wo wir uns an diesem Abend mit vier Dosen „John Smith extra smooth“ versorgten.

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Tag 3 = Sonntag 10.02.2013
An diesem Sonntag beginnt das chinesische Neujahrsfest. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und fahren nach dem Frühstück mit der Tube zur Station Charing Cross unmittelbar am Trafalgar Square. Dort sollen diverse Veranstaltungen stattfinden. Nach wenigen Schritten stehen wir auch schon mitten im Trubel vor einer großen Bühne. Leider hat hier jeder einen Regenschirm dabei, so dass es eigentlich nichts zu sehen gibt. Also laufen wir erstmal weiter zum Piccadilly-Circus, wo es an diesem Morgen ungewöhnlich ruhig ist.

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Nach den obligatorischen Fotos und einem kurzen Abstecher ins „Ripley’s Believe It or Not!“ spazieren wir zur Gerrard Street und werden von den Menschenmassen durch Chinatown geschoben. Egal wo man auch abbiegt, die Straßen sind voll. Ein Drache in Begleitung von rot gekleideten Trommlern dringt in jedes Restaurant ein und vollführt dort wilde Tänze. Es scheint aber etwas Positives zu sein, weil alles jubelt und Spaß hat. Wir würden ja gerne irgendwo was essen, aber vor allen Restaurants haben sich schon Schlangen gebildet, also begnügen wir uns mit Pork buns bei einem der zahlreichen Straßenhändler.

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Ab jetzt ist Bildung angesagt, wir fahren zur Holborn Station und erobern The British Museum. Die Eroberung beschränkt sich allerdings auf den ägyptischen Teil des riesigen Museums. Hier kann man sicherlich Tage verbringen und ich würde gerne noch mal mit etwas mehr Zeit hierhin kommen. Nach einer kurzen Sitzpause (sollte man vermeiden, anschließend kommt man nicht mehr alleine hoch) fahren wir zur South Kensington Station. Von dort sind es nur wenige Schritte zum Natural History Museum, einem der größten naturhistorischen Museen der Welt mit über 70 Millionen Objekten, darunter etliche Dinosaurierskelette und Fossilien. Auch für dieses Museum sollte man eigentlich mindestens einen separaten Tag einplanen. Um die Ecke liegt das Science Museum, bei dem der Schwerpunkt auf der Darstellung der Entwicklung von Forschung und Technik liegt.

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........dem Natural History Museum.......

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........und aus dem Science Museum

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Bilder aus dem British Museum,........

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Nach so viel Vergangenheit ist wieder Gegenwart angesagt: wir haben Hunger! Wir lassen die Geschichte hinter uns zurück und stiefeln zur nächsten U-Bahn-Station. Irgendwann landen wir wieder an der Station Marble Arch und biegen in die Edgware Road ein, um ein Lokal für´s Abendessen zu finden. Irgendwie scheint die ganze Ecke fest in libanesischer Hand zu sein, alle anderen Nationalitäten bzw. deren Restaurants hat man offensichtlich erfolgreich verdrängt. Wir würden ja gerne auch mal libanesisch essen, aber die Unmengen an Shishapfeifen vor jedem Lokal verderben uns schon vorher den Appetit. Also landen wir nach kurzer Zeit wieder bei Tyburn, wo wir am Vorabend gut gegessen haben. Ich entscheide mich für Fish 'n' Chips, René für einen Beef Gourmet und beide sind wir sehr zufrieden mit unserer Wahl. Der Verdauungsspaziergang fällt heute aus, wir fahren bis Queensway Station, nehmen bei Sainsbury´s unser obligatorisches Feierabendbier mit und beenden den Tag.

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Tag 4 = Montag 11.02.2013
Beim Frühstück stellen wir fest, dass ich vermutlich einer der ganz wenigen Touristen bin, die nach drei Tagen in London immer noch nicht an der Themse waren. Also beschließen wir das zu ändern. Nach dem Auschecken lagern wir unsere Trolleys im Nebenraum und fahren mit der U-Bahn zur Tower Hill Station. Das Wetter ist genauso trübe wie am Vortag, aber es regnet zumindest nicht mehr so stark und regelmäßig. Vor dem Eingang zum Tower drängen sich schon die ersten Gruppen, die für stolze ca. 25 € die Anlage besichtigen wollen. Wir wollen das nicht und schlendern ein kurzes Stück an der Themse entlang in Richtung der Tower Bridge. Wir fahren mit dem Aufzug im Nordturm hoch, bekommen oben einen kurze Informationsfilm über die Brücke von der Planung bis zur Fertigstellung zu sehen und laufen dann über die westliche, seit einigen Jahren verglaste Fußgängerbrücke in 43 Metern Höhe über die Themse. Bei schönem Wetter hat man hier sicherlich einen traumhaften Ausblick, aber selbst bei trübem Himmel ist das Panorama noch beeindruckend. Im Südturm führt eine alte Treppe wieder nach unten, einige Schritte weiter kann man die ehemaligen Maschinenräume besichtigen. Diese werden zwar heute nicht mehr benutzt, sind aber in einem hervorragend gepflegten Zustand.

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Wir laufen in westlicher Richtung am Themse-Ufer entlang, vorbei an der London City Hall und großen Verwaltungsgebäuden. Etwas weiter liegt die HMS Belfast vor Anker, ein britisches Kriegsschiff, das heute als schwimmendes Museum und auch als Veranstaltungsort dient. Der Weg führt uns etwas abseits der Themse durch eine Mischung aus historischen und hochmodernen Gebäuden bis zum Tate Modern, einem Museum für moderne Kunst in einem ehemaligen Kraftwerk. Nach einer kurzen Visite beschließen wir, über die Millenium Bridge zur St. Paul´s Cathedral ans andere Ufer zu gehen.

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In einem kleinen Öko-Imbiss essen wir ein Curry und laufen anschließend die Fleet Street entlang, eine schöne alte Straße mit vielen historischen Gebäuden, die bis zum Royal Court of Justice führt. Nach einigen letzten Fotos steigen wir an der Temple Station wieder in die U-Bahn und fahren zum Hotel zurück, wo wir unser Gepäck abholen. Spannend wird´s dann nochmal in der Liverpool Street Station. Gar nicht so einfach, hier den richtigen Ausgang zur Bushaltestelle zu finden. Wir schaffen es tatsächlich im letzten Moment, der Fahrer muss für uns nochmal den Gepäckraum öffnen, dann geht die Fahrt auch schon los zum Flughafen Stansted. Dort bekomme ich dann endlich mein englisches Frühstück (abends um 20.00 Uhr Ortszeit), bevor unser Flieger dann mit etwas Verspätung in Richtung Heimat abhebt und gegen 23.15 wieder in Weeze landet.

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Fazit:
Mein erster London-Besuch, aber sicherlich nicht mein letzter. Eine hochinteressante Stadt, die nie zur Ruhe kommt und für jeden Geschmack etwas bietet.
Was mir nicht gefallen hat:
Die Höhe der Eintrittspreise ist von wenigen Ausnahmen abgesehen schlicht unverschämt.